Beschreibung

Eine abstrakte Farbmelange zeigt das Titelbild der Werkausgabe Thomas Ruff: Fotografien 1979 bis heute. Psychedelisch vermischen sich dort die Farben, vermitteln eine sich scheinbar bewegende Oberfläche. Hinter dieser Arbeit steht allerdings kein das Bewusstsein erweiternder Kunsttrip, sondern vielmehr die künstlerische Absicht, den Informationsgehalt von Bildern im weltweiten Netz zu hinterfragen. "Substrat" heißt die jüngste, im Jahr 2001 begonnene Serie des Fotokünstlers Thomas Ruff, deren Bilder durch die digitale Überlagerung und Vermischung von aus dem Internet stammenden Comiczeichnungen am Rechner entstanden.

Mit Aufnahmen von "Interieurs" aus seinem unmittelbar häuslichen Umfeld beginnt Thomas Ruff Anfang der 1980er-Jahre seine künstlerische Karriere. Parallel dazu entstehen seine ersten "Porträts" von Freunden und Bekannten, die sich durch eine neutrale und emotionslose Ablichtung der Gesichter ohne psychologische Interpretation auszeichnen und ihm Mitte der 1980er-Jahre internationale Anerkennung einbringen.

Ausgehend von diesen ersten Arbeiten, die noch während des Studiums bei Bernd Becher an der Kunstakademie Düsseldorf entstanden, beschreibt die vorliegende Monografie den künstlerischen Werdegang von Thomas Ruff in Wort und Bild. Einer vom Künstler selbst konzipierten Auswahl von 118 farbigen Bildtafeln seines Werkes folgen drei kunstwissenschaftlich fundierte Aufsätze zu dessen Arbeitsentwicklung und Darstellungsmethoden. Abgeschlossen wird der Band durch ein kommentiertes Gesamtverzeichnis aller Werke seit 1979 sowie einer ausführlichen Biografie und Bibliografie.

Lobenswert ist, wie es der Publikation gelingt, die Konzeption sowie die Zusammenhänge in Ruffs Werk zu beschreiben. Dabei lässt sich eine zunehmende Abstraktion seiner Arbeit beobachten. Zeigen seine "Häuser" Ende der 1990er-Jahre noch sachlich abgelichtete Alltagsarchitektur, so hat er in der Reihe "l.m.v.d.r." zum Teil eigenes, zum Teil bereits verfügbares Bildmaterial von Bauwerken von Ludwig Mies van der Rohe digital bearbeitet, koloriert, ja geradezu visuell remixed.

Die Verwendung vorhandener Bilder erregte zuletzt bei der Serie Nudes Aufmerksamkeit. Mit Bewegungsunschärfen und anderen Weichzeichner retuschierte Ruff pornografische Bilder aus dem Internet bis an den Rand der Wahrnehmung.

Mit Thomas Ruff: Fotografien 1979 bis heute liegt eine hervorragende Gesamtdarstellung zu einem der wichtigsten Vertreter zeitgenössischer Fotokunst vor. --Stefan Meyer

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Thomas Ruff: Fotografien 1979 bis heute. Komplettes Verzeichnis der Arbeiten von Thomas Ruff bis hin zur aktuellen Serie der 'nudes'
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